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Zeit fürs Kappeln-Selfie

XXL-Fotorahmen am Ellenberger Ufer eingeweiht / Blick auf Silhouette der Altstadt

„Liebe Grüße aus Kappeln an der Schlei“ – die können künftig nicht nur mittels einer Postkarte versendet werden, sondern auch digital als Handy-Nachricht. In beiden Fällen nämlich geht damit ab sofort ein Bild der Stadtsilhouette einher, und in der digitalen Variante kommt noch der jeweilige Mensch hinzu: Der XXL-Fotorahmen am Schwansener Ufer wurde gestern offiziell eingeweiht und ermöglicht individuelle Grüße mit Kappeln-Panorama. Die Idee des Bilderrahmens im Großformat geht zurück auf Stephany Wolter, ehemalige Mitarbeiterin der Wirtschaft und Touristik Kappeln GmbH (WTK) – und sie freute sich gestern sehr über das Ergebnis. WTK-Geschäftsführerin Lara Zemite erinnerte daran, dass man einen „anziehenden Fotopunkt“ errichten wollte, einen Ort, der es Kappeln erlaubt, sich von seiner besten Seite zu präsentieren. Dass es dafür wohl kaum einen besseren Platz gibt als das Ellenberger Ufer, konnte Dennis Freutel bereits am vergangenen Sonntag beobachten. Der Mitarbeiter der Tischlerei Mau hatte den Rahmen nach Feierabend und am Wochenende gebaut, seinen ehrenamtlichen Arbeitseinsatz kalkulierte er grob mit 55 Stunden. Gestern sagte Freutel: „Ich war am Sonntag kurz hier, um noch ein paar Stellen auszubessern – da standen die Leute schon Schlange.“ Und auch während des offiziellen Termins gestern Nachmittag musste die Gruppe mit Freutel, Wolter, Zemite sowie Bürgermeister Heiko Traulsen, Bauamtsmitarbeiter Ulrich Bendlin und Sandra Hiller als künftiger WTK-Geschäftsführerin immer wieder fotografierenden Besuchern Platz machen. 5000 Euro hatte die Politik für das Projekt bereitgestellt, Ulrich Bendlin sagte gestern dazu: „Kappeln profitiert so sehr von Urlaubern, da muss man auch mal Geld ausgeben für touristische Zwecke.“ Astrid Beyer war als Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses ebenfalls zur Einweihung eingeladen, aber nicht erschienen. Der Bereich des Tourismus fällt in die Zuständigkeit ihres Gremiums. Wer außerdem fehlte, war Erwin Petersen: Sein Team vom Kappelner Bauhof hatte den 400 Kilogramm schweren Bilderrahmen aus Lärchenholz fachgerecht im Boden installiert. Je nach Position des Fotografen gibt der Rahmen, der verziert mit Ästen an den Heringszaun erinnern soll, den Blick auf die Brücke, die Mühle, die Aal-Türme, die Nikolaikirche, den Pierspeicher frei – Sandra Hiller nannte die Perspektive „eine der schönsten, die wir in Kappeln haben“. Und geht es nach Bürgermeister und WTK-Chefin senden nicht nur Urlauber damit ihre Grüße in die Welt. Lara Zemite: „Auch Weihnachtsgrüße von Kappelnern sind damit möglich.“ Vielleicht ja auch bald mit einer Ablagefläche fürs Handy gegenüber des Rahmens – dann steht einem Kappeln-Selfie wirklich gar nichts mehr im Wege.