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Langballigau: Fahrradfähre nimmt Betrieb auf

Für die neue Fahrradfähre von Deutschland nach Dänemark hat Gerhard Jacobsen fünf Jahre gekämpft. Zum Start fährt sie einen Monat lang viermal am Tag von Langballigau ins dänische Egernsund.

 

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Blauer Himmel, eine leichte Brise und angenehme Temperaturen - am Freitagmorgen herrschten perfekte Bedingungen für die Jungfernfahrt der Radfähre "Rødsand". Sichtlich gut gelaunt kamen eine Handvoll Passagiere und deren Kapitän pünktlich um kurz nach zehn in Langballigau (Kreis Schleswig-Flensburg) an. Auch die dänische Parlamentsabgeordnete Ellen Trane Nørby war mit an Bord. Sie hatte sich seit Jahren für das Radwandern und eine Radfähre über die Flensburger Förde eingesetzt. "Die Rødsand-Fähre bringt die Grenzregion noch mehr zusammen. Für mich ist das auch ein politisches Symbol. Jetzt müssen wir das Projekt weiterentwickeln", sagte Nørby.

 

Keine Konkurrenz zum Ausflugsschiff "Feodora II"

Eigentlich hätte die Radfähre schon letztes Jahr den Betrieb aufnehmen sollen. Anfang des Jahres habe das die Gemeindevertretung jedoch einstimmig abgelehnt, erzählt Langballigs Bürgermeister Kurt Brodersen (CDU). "Nach der Kommunalwahl haben die neuen Gemeindevertreter einstimmig für das Projekt gestimmt", so Brodersen. Offenbar hatte man zuvor Konkurrenz zu der bestehenden Fährverbindung mit der "Feodora II" befürchtet, die zwischen Sonderburg und Langballigau pendelt. Im Wettbewerb sieht Brodersen die beiden Schiffsverbindungen nicht. "Die Radfähre ist ein zusätzliches touristisches Angebot, mit dem wir die Naturliebhaber und Radfahrer gewinnen können. Oder auch dänische Gäste, die das gastronomische Angebot in Langballigau genießen möchten", so der Bürgemeister.

 

Geburtstagskind bei der Jungfernfahrt

Von der Jungfernfahrt der "Rødsand" hatte auch das Ehepaar Lahmeyer aus dem nordrhein-westfälischen Troisdorf bei Köln erfahren. Sie gehörten am Freitagmorgen zu den ersten deutschen Passagieren mit Drahtesel. "Ich habe heute Geburtstag", verriet Elvira Lahmeyer mit einem Augenzwinkern. "Wir wollen heute noch nach Sonderburg fahren und freuen uns besonders auf das Schloss. Abends fahren wir dann mit der Fähre zurück." Gutes Beispiel für sanften Tourismus Die Vorsitzende des Tourismus- und Kulturausschusses der Gemeinde Langballig, Ramona Wischhöfer, sieht in der Radfähre eine perfekte Ergänzung des bisherigen Angebots. "Die Radfähre steht für sanften Tourismus. Sie bringt Menschen her, die aktiv sind, entschleunigen wollen. Für die Region ist das ein wichtiger Impuls", findet Wischhöfer. Dass man das Projekt zusammen mit Dänemark umgesetzt habe, findet sie großartig. Testbetrieb ist bereits finanziert Gerhard Jacobsen ist Geschäftsführer der dänischen Initiative, die das Projekt Radfähre aufs Wasser gebracht hat: mit Hilfe von privaten Sponsoren und der Unterstützung dreier Kommunen.

"Vor allem Sonderburg war beteiligt. Apenrade und Flensburg haben uns moralisch unterstützt. Das war sehr wichtig", betonte der Däne. Die Fähre ist bis zum 25. Juli im Testbetrieb. "Dieser Zeitraum ist bereits finanziert", sagte Jacobsen. 500 Tickets seien bisher verkauft. "Das ist die schwarze Null", freute er sich. Werde das Angebot weiter so gut angenommen, könnte die Fähre zwischen Deutschland und Dänemark dauerhaft in Betrieb gehen. Das Schiff pendelt außer donnerstags täglich von 9 bis 19 Uhr zwischen Egernsund und Langballigau mit Zwischenstopps in Marina Minde und Brunsnis.

Die Fahrt kostet 17 Euro pro Passagier plus zwei Euro für das Rad. Donnerstags indes wird eine Butterfahrt zwischen Egernsund und Flensburg angeboten.