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Eidechsen für Holnis und die Birk

Stiftung Naturschutz hat zum dritten und letzten Mal in einer Aufzuchtstation vermehrte Reptilien ausgewildert

Sie sind gerade mal drei Wochen alt und knapp fünf Zentimeter groß: Gestern Mittag wurden 34 junge Zauneidechsen auf der Geltinger Birk ausgewildert. Es war die dritte Aktion dieser Art. Damit sind insgesamt 84 dieser Reptilien, die auf der „roten Liste“ der bedrohten Tierarten stehen, in dieses Naturschutzgebiet entlassen worden. Für Janis Ahrens, Maßnahmen-Manager der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, und die Reptilien-Experten Inken Schmersow und Patrick Pohlmann von der Gesellschaft für Freilandökologie und Naturschutzplanung ist es eine Selbstverständlichkeit, immer mal wieder nachzuschauen, wie es den Zauneidechsen geht. Vom Aussterben bedroht Mit deren Entwicklung sind sie zufrieden, wie sie gestern bei der Auswilderungsaktion bekräftigten. Etliche ihrer Schützlinge fanden sie wohlbehalten vor. Die inzwischen an die 22 Zentimeter langen Tiere fühlten sich offensichtlich auf der Birk wohl, stellten sie fest. Um die Population der vom Aussterben bedrohten Tiere zu stärken, siedelt die Stiftung Naturschutz junge Zauneidechsen im Stiftungsland Geltinger Birk und Holnis an der Flensburger Förde sowie in Nordoe bei Itzehoe in mehreren Etappen an. Jetzt wurden zum letzten Mal Jungtiere des Reptils des Jahres 2020 – sein wissenschaftlicher Name lautet „Lacerta agilis“ – in die Freiheit entlassen. Für die Wiederbesiedlung waren im Raum Oeversee Zauneidechsen eingefangen und unter kontrollierten Bedingungen in einer Aufzuchtstation gehalten, die Eier in sogenannten Inkubatoren bebrütet worden. Jeweils rund 50 geschlüpfte Jungeidechsen wurden bislang an den drei genannten Standorten in die Freiheit entlassen, um dort neue überlebensfähige Populationen sesshaft zu machen – und dazu sollen auch die gestern ausgesetzten Mini-Eidechsen auf der Birk beitragen. Nach Abschluss des Ansiedlungsprojektes werden die Zauneidechsen, die der Zucht dienten, wieder in ihre ursprünglichen Lebensräume zurück und damit in den Ruhestand geschickt. Hoffen auf stabile Populationen Zauneidechsen bevorzugen sandige Flächen und brauchen Verstecke. Doch diese Lebensräume sind rar geworden. Bemerkenswert ist die Standorttreue der Reptilien, die deshalb nur äußerst langsam neue Lebensräume in der Nähe entdecken und besiedeln. Die Reptilienexperten Ahrens, Schmersow und Pohlmann, äußerten die Hoffnung, dass die Zauneidechsen bald wieder zu einer Selbstverständlichkeit im Naturschutzgebiet werden. Von der Idee, Zauneidechsen im eigenen Garten anzusiedeln, raten die Reptilien-Experten entschieden ab unter dem Hinweis darauf, dass die Tiere gesetzlich streng geschützt sind.